En face
Das Portrait in den Filmen und Fotografien von Ulrike Ottinger
13.11. - 18.12.2005
In ihren Filmen und Fotografien erkundet Ulrike Ottinger weltweit geographische
Randzonen wie die Mongolei und die Ukraine. Dabei nutzt sie Mittel der Fiktion
ebenso wie dokumentarische Erzählstrukturen. Bei ihren assoziativen Streifzügen
interessiert sich die Künstlerin vor allem für die Erforschung der Peripherien von
Städten, Ländern und Gesellschaften. Vor diesem Hintergrund entfalten sich Glanz
und Elend der Menschen, Realitäten und Scheinwelten, Oberflächen und Tiefen.
Ottingers Ästhetik hat einen Hang zum Theatralischen und zur Überhöhung banaler
existenzieller Wirklichkeiten. In ihren Filmen und Fotografien tauchen literarische
und historische Persönlichkeiten wie Dorian Gray und Johanna von Orleans auf,
aber auch exzentrische Freaks, die sich zu Tableaux Vivants von besonderer Künstlichkeit
gruppieren. Ulrike Ottingers reich ausgestattete Mikrowelten verdanken sich vor allem ihrer
Sammelleidenschaft. In ihren Archiven lagern unzählige Gegenstände und Bildmaterial aller Art,
das sie gesammelt und auf ihren Flanierzügen durch die Welt fotografiert hat; dieser Fundus
dient häufig zur Ausstattung ihrer künstlerischen Wunderkammern. Darin werden wiederum die
gesellschaftlichen Fragen nach Geschlecht und Charakter, Macht und Sexualität vielfältig verhandelt.
Ulrike Ottinger (*1942), die in Berlin lebt, ist als Filmemacherin bekannt geworden.
Retrospektiven ihrer Arbeiten sind u.a. im MOMA in New York, in der Tate Modern,
London und im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid zu sehen
gewesen. 2002 war sie auf der Documenta11 vertreten.
Kurator: Dr. Gerald Matt, Direktor Kunsthalle Wien
In der Kunsthalle Wien wird ein Filmprogramm zum Ausstellungs- projekt gezeigt.